Das in Berlin ansässige Team von ants and butterflies realisiert transmediale Projekte
in den Bereichen Kulturvermittlung, Kunst, Klang, Architektur, Literatur und Ökologie.
ants and butterflies ist ein in Berlin ansässiges, transdisziplinäres Kollektiv, das seit den frühen 2000er-Jahren internetbasierte Projekte an der Schnittstelle von Fotografie, Dokumentation, Klangkunst, Architektur, Medienkunst und kultureller Bildung realisiert. Die Arbeiten entstehen häufig in langfristigen Kooperationen mit Künstler:innen, Institutionen und Initiativen aus Kunst, Musik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Im Zentrum der fotografischen Praxis steht eine dokumentarisch-essayistische Haltung, die weniger auf spektakuläre Einzelbilder als auf Kontexte, Prozesse und räumliche Zusammenhänge fokussiert. Fotografie fungiert dabei nicht isoliert, sondern als vermittelndes Medium innerhalb größerer medialer Gefüge aus Film, Ton, Text und digitalen Formaten. Viele Projekte sind explizit ortsspezifisch und reagieren auf architektonische, soziale oder historische Gegebenheiten.
Der fotografische Stil ist geprägt von Zurückhaltung, Präzision und strukturellem Blick. Menschen, Räume und Objekte werden nüchtern, aufmerksam und ohne dramatisierende Überhöhung erfasst. Typisch sind klare Kompositionen, eine kontrollierte Lichtführung sowie ein Interesse an Übergängen: zwischen Öffentlichkeit und Intimität, Funktion und Bedeutung, Alltag und künstlerischer Setzung. Die Bilder behaupten keine abgeschlossene Interpretation, sondern öffnen Räume für Reflexion.
Thematisch bewegt sich ants and butterflies wiederkehrend in Feldern wie
- Kunst- und Klangproduktion im öffentlichen Raum,
- Architektur und gebaute Umwelt,
- gesellschaftliche und ökologische Fragestellungen,
- kulturelle Bildungsprozesse sowie
- medizinisch-humanitäre Kontexte (z. B. internationale Dokumentationsprojekte).
Ein zentrales Merkmal ist der transmediale Ansatz: Projekte werden nicht nur visuell dokumentiert, sondern als Erfahrungsräume konzipiert – etwa durch immersive Panoramen, Sound-Layer, Archivstrukturen oder webbasierte Präsentationsformen. Dadurch verschiebt sich der Fokus von der reinen Repräsentation hin zur Vermittlung von Wahrnehmung, Wissen und Erfahrung.
Insgesamt positioniert sich ants and butterflies als vermittelndes, forschendes Kollektiv, das Fotografie als analytisches Werkzeug versteht: zur Beobachtung kultureller Praktiken, zur Sichtbarmachung von Strukturen und zur Reflexion über das Verhältnis von Kunst, Raum und Gesellschaft.
Fotografischer Stil
Zentrale Themen
- Dokumentarische Langzeitbeobachtung
Die Arbeiten entstehen aus realen Situationen heraus (medizinischer Hilfseinsatz, urbane Infrastruktur, Architektur, Reisen) und verzichten auf inszenierte Eingriffe. - Schnittstellen von Mensch, Raum und Funktion
Wiederkehrend sind Orte des Übergangs: Krankenhäuser, Straßen, Verkehrsräume, öffentliche Gebäude, Arbeits- und Versorgungssituationen. - Alltag unter besonderen Bedingungen
Nicht das Ereignis steht im Vordergrund, sondern das Normale innerhalb außergewöhnlicher Kontexte (medizinischer Einsatz, historische Architektur, urbane Systeme).
Fotografischer Stil
- Beobachtend, zurückhaltend, nicht kommentierend
Die Bildsprache vermeidet Pathos oder Dramatisierung. Der Fotograf tritt als präziser Beobachter auf, nicht als emotionaler Erzähler. - Sachliche, klare Komposition
Häufig frontale oder leicht distanzierte Perspektiven, stabile Bildachsen, bewusste Nutzung von Linien, Fluchten und räumlicher Ordnung – auch in dynamischen Situationen. - Hohe Aufmerksamkeit für Raum und Struktur
Menschen sind oft Teil eines größeren räumlichen Zusammenhangs. Architektur, Technik und Umgebung wirken nicht als Kulisse, sondern als gleichwertige Akteure. - Licht als funktionales Element
Natürliches oder vorhandenes Licht dominiert. Kontraste werden nicht übersteigert, sondern zur Lesbarkeit von Situationen eingesetzt. - Farbigkeit vs. Schwarzweiß
Farbe wird gezielt genutzt, wenn sie inhaltlich trägt (z. B. medizinische Szenen), Schwarzweiß dort, wo Struktur, Rhythmus und Form im Vordergrund stehen. Beides folgt keiner Mode, sondern einer inhaltlichen Logik. - Serielle Arbeitsweise
Einzelbilder sind selten als ikonische Solitäre gedacht. Bedeutung entsteht durch Reihung, Wiederholung und Variation. - Dokumentarfotografie mit architektonischem Blick
Auch in klassischen Dokumentararbeiten ist eine Nähe zur Architekturfotografie spürbar: Ordnung, Proportion, Systemdenken. - Essayistischer Ansatz
Die Projekte funktionieren wie visuelle Essays: offen, nicht abschließend erklärend, auf Beobachtung statt Interpretation setzend. - Medienübergreifendes Denken
Fotografie ist Teil eines größeren Ganzen (Film, Ton, Text), bleibt aber formal eigenständig und autonom.
Kurzcharakteristik des Stils
Ruhige, präzise Dokumentarfotografie mit starkem räumlichen Bewusstsein, serieller Struktur und einer bewusst distanzierten, analytischen Haltung gegenüber dem Motiv.

Frank Paul ist Fotograf, Webdesigner, Berater und Unternehmer. Analoge Prozesse sind für ihn kein Trend sondern die Basis seiner bildnerischen Arbeit. Nach der Ausbildung als Industriefotograf studierte 1989-93 Medienkunst in Berlin an der BILDO und gründete 1993 ledesi mediendesign (exit 2001) und anschließend 2002 ants and butterflies.

Tom Thiel ist Musiker [Sun Electric, BUS], Produzent und Toningenieur.
Für ants and butterflies arbeitet er als selbständiger Programmierer.